Drei eidgenössische Berufsabschlüsse
Im Vergleich zu vielen anderen Branchen und Berufen ist die Fitness- und Gesundheitsbranche relativ jung. Trotzdem hat hier die berufliche Bildung gerade in den letzten zwölf Jahren einen Quantensprung gemacht.

Die ersten Fitnesscenter im deutschsprachigen Raum entstanden Anfang der 1960-er Jahre. Harry Gelbfarb und Peter Gottlob zählten zu den Pionieren in Deutschland. Werner Kieser eröffnete 1966 das erste Center in Zürich. In den 70-er- und 80-er-Jahren boomte die Fitnessindustrie, damals jedoch nur zum Zweck des Körperkults. Ausbildungen für Trainer gab es kaum, meist waren die Inhaber selbst Sportler und gaben ihre Erfahrungen weiter.
Die Ausbildung für die Fitnessindustrie beschränkte sich lange Zeit auf nicht staatlich anerkannte Lehrgänge. Die Beschäftigten waren im Nebenberuf tätig. In vielen anderen Ländern ist dies auch heute noch so.

«Roland Steiner und Claude Ammann waren beim Aufbau der beruflichen Entwicklung federführend.»
Der schweizerische Fitness- und Gesundheitscenter Verband (SFGV) erkannte dieses Manko früh und setzte sich für die Entwicklung eines eidgenössisch anerkannten Berufes ein. Roland Steiner und Claude Ammann haben in den Anfangsjahren viele harte Kämpfe bestritten, um das heutige Berufsbild «Fachmann/-frau Bewegungs- und Gesundheitsförderung mit EFZ» durchzusetzen. Mittlerweile ist dieser Beruf einer der beliebtesten unter den Schulabgängern. Seit 2012 beginnen jedes Jahr rund 100 Lernende ihre Ausbildung in den bestehenden Lehrbetrieben. Im Zentrum der dreijährigen Grundlehre stehen Gesundheitsförderung und Prävention.
Auch die höheren Weiterbildungen wie «Spezialist/Spezialistin Bewegungs- und Gesundheitsförderung mit eidgenössischem Fachausweis» und «Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung mit eidgenössischem Diplom» sind sehr beliebt, denn hier wird das vertiefte Wissen im Umgang mit physischen und psychischen Beschwerdebildern erlangt.
In den kommenden Ausgaben von «GESUND UND FIT» werden wir die Berufe im Detail vorstellen.